Rechenhausbrücke: Grüne fordern Erhalt des Kulturdenkmales - Abbruch kostet mindestens 237.000 Euro

Donnerstag, 13. April 2017 | News Erzgebirge

Wolfram Günther, denkmalpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

"Der drohende Abbruch des Kulturdenkmales Rechenhausbrücke ist teuer, unnötig und geschieht offensichtlich gegen die fachliche Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege", kommentiert der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther, denkmalpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, die Antworten von Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf seine aktuelle Kleine Anfrage zum Thema.

"Das Landesamt für Denkmalpflege hat bereits Anfang der 90er Jahre im Zuge erster Überlegungen zum Neubau auf die historische Bedeutung der Rechenhausbrücke hingewiesen. Nach Angaben des Innenministers wurde die Zustimmung zum Brückenneubau 2003 durch das Landesamt nur unter der Bedingung erteilt, dass die historische Flussquerung als Fuß- und Radweg genutzt und saniert wird."

"Das Regierungspräsidium Chemnitz hat sich 2005 anders entschieden. Und auch die Untere Denkmalschutzbehörde hat sich laut Innenminister nur für die Dokumentation der Brücke nicht aber für den Erhalt in ihrer Stellungnahme eingesetzt", so der Abgeordnete.

"Wir Grüne fordern den Erhalt des technischen Denkmales. Die kulturhistorische Bedeutung der Brücke steht für uns außer Frage. Es wäre ein verheerendes Signal für die aktuelle Weltkulturerbe-Bewerbung "Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnoho?í", wenn ein solch montangeschichtlich bedeutendes Kulturdenkmal abgerissen werden würde. Der Abbruch der Brücke soll den Steuerzahler mindestens 237.000 Euro kosten. Viel sinnvoller wäre es ein neues Nachnutzungskonzept für die Brücke zu erarbeiten und dies in einem Planänderungsverfahren rechtlich festzuschreiben."

"Dass die öffentliche Hand Abbruchabsichten historischer Brückendenkmale auch revidieren kann, zeigt das aktuelle Beispiel der Egerschen Brücke im Vogtlandkreis", erläutert Günther. "Hier war ich vor 14 Tagen Teilnehmer einer sehr konstruktiven Runde im Wirtschaftsministerium, die die Rettung und den Erhalt dieser Brücke deutlich wahrscheinlicher gemacht hat. Einen solchen gemeinsamen Kompromiss wünsche ich mir auch für die Rechenhausbrücke: Viel zu viele Denkmale sind bereits in der Vergangenheit unwiederbringlich verloren gegangen."