Fichtelberg-Wetterwarte: Datenausfälle durch Automatisierung vorprogrammiert - GRÜNE hoffen auf Umsteuern durch Parlamentarier des Bundestages

Noch immer hat der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages keine Entscheidung zum Fortbestand der Fichtelberg-Wetterwarte mit Personal getroffen. 

„Dabei drängt die Zeit immer mehr. Denn geht es nach dem Willen des Deutschen Wetterdienstes, sollen ab dem 01. Januar 2019 statt Wetterbeobachter nur noch Automaten ihren Dienst auf Sachsens höchstem Gipfel verrichten.

Kommt dies tatsächlich so zur Umsetzung, dann sind riesige Datenausfälle wohl vorprogrammiert“, befürchtet Ulrike Kahl von den erzgebirgischen GRÜNEN. 

„Dieses Übel kennen wir ja bereits von den automatisierten Bergstationen des Feldberges im Schwarzwald sowie des Großen Arbers im Bayerischen Wald.

Ein Exempel für eine völlig unhomogene Falschmessung lieferte Ende Oktober der Schneehöhenwert vom Feldberg. Bei 60mm Niederschlag als Schnee wurde mittels Automaten eine Schneehöhe von einem Zentimeter gemessen, obwohl Medien von Schneemassen auf dem Feldberg berichteten. Im vergangenen Winter fielen Daten der bereits automatisierten Bergstationen wochenlang aus, so dass eine ununterbrochene Klimareihe unter solchen Bedingungen nicht fortführbar ist.“

„Eine Vollautomatisierung mag im Flachland zu entsprechend verwertbaren Ergebnissen führen, ist jedoch für Bergstationen wie dem Fichtelberg mit Extrembedingungen völlig ungeeignet.“

„Allein nur 41 Tage nach Abschaffung des ununterbrochenen Schichtdienstes hatte die Fichtelberg- Wetterwarte vom 11. zum 12. Oktober dieses Jahres bereits ihren ersten Totalausfall zu verzeichnen, obwohl zu dieser Zeit noch gar keine winterlichen Witterungsbedingungen herrschten. Für etliche Stunden lieferten die automatischen Messgeräte keine Daten für Wind, Temperatur, Feuchte, Luftdruck und Strahlung. Statt einzugestehen, dass die Automatisierungsversuche auf Bergstationen gescheitert sind, setzt man das folgenreiche Abziehen der Wetterbeobachter einfach fort. Das zeugt von Realitätsverweigerung und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Öffentlichkeit. Bleibt zu hoffen, dass die Parlamentarier des Bundestages dies erkennen und eine Umkehr erzwingen, damit die 103-jährige Klimareihe vom Fichtelberg in Zeiten des Klimawandels weiterhin wertvolle Erkenntnisse liefern kann", so die GRÜNE.