GRÜNE für Erhalt der denkmalgeschützten Strumpffabrik in Homersdorf - Mit Abriss der "Hunnert" geht Baukultur und Identität verloren

Ulrike Kahl, Kreisrätin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Stadt Zwönitz plant den Abriss der denkmalgeschützten ehemaligen Strumpffabrik Emmerlich in  Hormersdorf, auch „Hunnert“ genannt, die teilweise noch genutzt wird.

Das Gebäude wurde 1927 erbaut und gehört zu den letzten Industriegebäuden im Erzgebirge, die noch die Architektur der „Roten Moderne“, einer Abwandlung des Expressionismus, aufweisen. Zudem ist das Anwesen eine Landmarke der Gemeinde Hormersdorf und eine der letzten Strumpffabriken in der Region.

Die Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Ulrike Kahl, setzt sich für den Erhalt dieses Industriedenkmals ein und wandte sich diesbezüglich mit einer Anfrage an das Landratsamt.

Auch dieses bestätigt den denkmalpflegerischen Wert der Immobilie und verweist darauf, dass unter Leitung des Chemnitzer Architekten Curt am Ende in den Jahren 1927/1928 ein äußerst qualitätsvolles Fabrikgebäude in Klinkerbauweise errichtet wurde. Dennoch kann die untere Denkmalbehörde die Positionierung der Stadt Zwönitz vor allem unter  finanziellen Gesichtspunkten nachvollziehen  und verweist  darauf, dass die endgültige Entscheidung, das Denkmal zu beseitigen, beim zuständigen Landesamt in Dresden liegt.
„Vor dem Hintergrund, dass sich das historische Industriegebäude in einem baulich soliden Zustand befindet und auch nach Aussage des Landratsamtes keinerlei Standfestigkeits- oder Sicherheitsmängel aufweist, erscheint es absurd und übereilt, dieses Denkmal dem Abriss zu opfern. Diese Meinung teilen mit uns auch Architekten der Gegenwart und Experten der Industriekultur Ost. Auch wenn aktuell kein zweckdienlicher Bedarf gefunden werden kann, sollte man seitens der Entscheidungsträger dem Industriegebäude als Zeitzeugnis der Hormersdorfer Strumpfindustrie dennoch die entsprechende Wertschätzung entgegenbringen und es für die Nachwelt erhalten. Nur weil wir augenblicklich keine Nutzungsoption sehen, schnell die Abrissbirne zu schwingen, ist kurzsichtig und wird dem Ruf unserer Region als Kulturland nicht gerecht. Mit jedem Denkmal geht ein Stück Heimat und Identität verloren“, so die GRÜNE.