GRÜNE treffen Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes auf dem Fichtelberg - Installierte Gerätschaften bestehen Tests auf Bergstationen nicht

Auf Bitte des GRÜNEN Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn kam der Präsident des Deutschen Wetterdienstes, Prof. Dr. Gerhard Adrian, gestern mit weiteren Vertretern des DWD auf den Fichtelberg, um Probleme zu erörtern, die sich im Zuge der Vollautomatisierung der Wetterwarte ergeben haben. Seit dem 1. Januar dieses Jahres gibt es auf Sachsens höchstem Gipfel keine Wetterbeobachter mehr, die dort in manueller Arbeit seit 103 Jahren Wetterdaten erhoben haben.

Die GRÜNEN hatten sich stets für den Verbleib der Wetterbeobachter ausgesprochen und dazu im Juni 2017 eine Petition im Deutschen Bundestag eingereicht. In ihrer Begründung warnten sie vor einer Vollautomatisierung ohne Personal, weil damit wertvolle Klimareihen unwiederbringlich verloren gehen und gewisse Wetterparameter nicht mehr exakt erfasst werden können.

Wie sich bereits zu Jahresbeginn zeigte, waren aufgrund der extrem winterlichen Witterungsbedingungen mit starkem Schneefall, Frost und Verwehungen erste gravierende Datenausfälle im automatisierten Messfeld  zu verzeichnen. So können nun bis auf weiteres keine Daten zu Schneehöhen, Niederschlag bzw. zum Wassergehalt des Schnees erhoben werden. 

Die Vertreter des Deutschen Wetterdienstes mussten bei ihrem gestrigen Besuch einräumen, dass speziell für solche Extremstandorte momentan keine ausgereifte Meßsstechnik zur Verfügung steht, weitere Messungstests stattfinden und Datenausfälle auch künftig nicht ausgeschlossen werden können. Noch werden Betreiberfirmen gesucht, die dann vor Ort die oft schwierige Wartung und Pflege der technischen Anlage in exponierter Lage übernehmen sollen.

"Damit sind die Befürchtungen, auf die wir im Vorfeld der Automatisierung hingewiesen haben, eingetroffen und vom DWD bestätigt worden. Wir haben uns mit dieser rein technischen Datenerhebung bedauerlicherweise auf einen sehr störanfälligen Pfad begeben", erklärt Ulrike Kahl, GRÜNE Kreisvorsitzende und Initiatorin der Petition. 

Doch offensichtlich gibt es kein Zurück. Eine Verschiebung der Vollautomatisierung auf einen späteren Zeitpunkt, wo ausgereifte Technik zur Verfügung stehen würde, wäre aus Rücksicht auf die Mitarbeiter der Wetterwarte nicht in Frage gekommen, denen man berufliche Planungssicherheit gewährleisten wollte, so der DWD.