Insektensterben stoppen: Erzgebirgische GRÜNE ermuntern zu mehr Blühflächen in Kommunen

Durch die starken Veränderungen unserer Kulturlandschaft haben sich die Lebensbedingungen gerade von Insekten in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Insbesondere die schwindenden Nahrungsgrundlagen in Form von Nektar- und Pollen spendenden Pflanzen tragen zu diesen gravierenden Verlusten bei, die letztlich wiederum den Rückgang vieler Vogelarten nach sich ziehen. 

Daher legen die GRÜNEN den Kommunen im Erzgebirgskreis nahe, wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Schwund der Insektenpopulationen zu ergreifen und auf den kommunalen Grünflächen mehr Lebensräume für wilde Pflanzen und Insekten zu schaffen. Eine weniger starke Bewirtschaftung von Parks, Ortseingangsbereichen, Straßenrändern und - banketten sowie das Anlegen von Blüh- und Saumstreifen mit einheimischen Wildblumen führen in relativ kurzer Zeit zu naturnahen Grün- und Freiflächen. Die erzgebirgischen GRÜNEN ermuntern die Städte und Gemeinden zu späteren Mahdzeitpunkten und einer generellen Reduzierung der Mahdhäufigkeit sowie dem Belassen von Randstreifen. Auch indem gestaffelt bzw. zeitversetzt gemäht wird, lässt man Insekten die lebensnotwendigen Rückzugsmöglichkeiten.

„In einigen Kommunen des Erzgebirges wird dies schon in Ansätzen praktiziert. In der Gemeinde Breitenbrunn zum Beispiel haben in diesem Jahr die Pflanzen auf kommunalen Grünflächen die Möglichkeit zum Ausblühen. So säumen Streifen aus Margeriten, Kamille und Mohn die durch den Ort führende Staatsstraße. Erfreulich auch, dass private Grundstückseigentümer mitziehen “, so Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN.

„Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch, dass Bauhofmitarbeiter entsprechend qualifiziert werden, dass Flächenkataster erstellt und auch der Pflegeaufwand einmal bilanziert wird.

Denn natürliche Blühflächen haben nicht nur Vorteile für die Artenvielfalt und sind eine Bereicherung für das Landschaftsbild, sondern sie schonen auch den Geldbeutel der stets klammen Kommunen., zumal auch die Bewässerung hinfällig wird.“

“Natürlich setzen naturnah gestaltete Grünflächen auch voraus, dass man etwas „Unordnung“ zulässt. Doch entsprechende Sensibilisierung für das Thema lässt mit Sicherheit auch die nötige Akzeptanz in der Öffentlichkeit wachsen, so dass Artenvielfalt als Bereicherung empfunden wird. Und es ist ebenso unabdingbar, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen dazu animiert werden, ihre eigenen Grundstücke so naturnah wie möglich zu bewirtschaften.“

Bundesweit gibt es genügend gute Beispiele und geförderte Projekte. So können Orte der Vereinigung „Kommunen für biologische Vielfalt“ (https://www.kommbio.de) beitreten, das sächsische Meerane gehört dazu. Auch das vom Umweltbundesministerium geförderte Projekt und gleichnamige Label „Stadtgrün - Artenreich und Vielfältig“ (https://www.duh.de/zielgruppen/kommunen/stadtnatur/stadtgruen-artenreich-und-vielfaeltig/)motiviert Städte und Gemeinden in Deutschland zur ökologischen Gestaltung und Pflege von Grün- und Freiflächen. Die Stadt Mössingen im Landkreis Tübingen (http://www.blumenstadt.eu/) wurde schon vor fast 30 Jahren zum Pionier und Vorbild für eine zukunftstaugliche Innenstadtbegrünung: „Bunt, natürlich, ökologisch und nicht selten dufte!“ und mit europäischen Preisen bedacht.

„Wir GRÜNEN hoffen, dass möglichst viele Ortsparlamente im Kreisgebiet per Beschluss ihren politischen Willen dazu bekunden und die Verwaltungen somit veranlasst werden, in diesem Sinne zu handeln.“