Eine Gartenstadt braucht Gärten!

Im neuen Flächennutzungsplan für Coswig ist eine Wohnbebauung auf den Flächen der Kleingärten zwischen der Straße des Friedens, Moritzburger Straße und der Berliner Bahntrasse vorgesehen - und damit der Verlust eines wertvollen Ökosystems und eines wichtigen Lebensraumes für viele Coswiger.

Seit Anfang 2018 beschäftigen sich die Verwaltung, die Gremien des Stadtrates und ein beauftragtes Planungsbüro mit einem neuen Flächennutzungsplan (FNP).

Der Vorentwurf hat bereits öffentlich ausgelegen und dazu sind sehr viele Stellungnahmen insbesondere von betroffenen Bürgern eingegangen, die derzeit ausgewertet werden und zu einem Entwurf führen sollen, der erneut öffentlich ausgelegt wird. Voraussichtlich wird erst der neu zu wählende Stadtrat endgültig über den FNP im Herbst 2019 beschließen.

Kritisch sehen wir insbesondere die Flächen W4, W5 und M4, um die Straße des Friedens und dem Anne-Frank-Weg die als Wohnbauflächen ausgewiesen werden sollen. Betroffen wären hier rund 80 Gärten, die geräumt werden müssten und deren Baum- und Strauchbestandene, weitgehend unversiegelte Flächen einer dichten Wohnbebauung weichen müssten.

Die Gärten dienen vielen Coswiger Bürgern, die unter anderem im Spitzgrund in Hochhäusern wohnen, als fußläufig erreichbarer Ort der Erholung. Sie stellen eine wertvolle Freizeitbeschäftigung dar, bieten soziale Anbindung in der Gartengemeinschaft, bieten Beschäftigung mit der Natur gerade für Familien mit Kindern und regionale Selbstversorgung mit gesunden Ernteprodukten. Damit erfüllen sie eine wichtige soziale Funktion.

Die Flächen dienen aufgrund ihrer Vegetation, Freiflächen und Lage oberhalb der Stadt als Kaltluftentstehungsflächen zur Versorgung der Coswiger Innenstadt bei austauscharmen Wetterlagen mit Frischluft. Die abzusehend dichte Bebauung dieser Flächen hätte eine weitere Überwärmung der Innenstadt zur Folge - was schon im Sommer 2018 ein großes Problem war. Auch für eine Vielzahl geschützter Tierarten wie Eidechsen, Salamander, Singvögel, Insekten, insbesondere Bienen und vielen mehr sind die Flächen wertvoller Lebensraum.

Anträge unsererseits, die Flächen im FNP nicht als Bauland auszuweisen sind leider bisher an der Mehrheit der Stadträte der CDU und Teilen des Bürgerbündnisses (CBB) - wenn auch sehr knapp - gescheitert.

Wir geben die Hoffnung nicht auf und werden weiterhin für den Erhalt der Gärten kämpfen!

Sollten wir in den neuen Stadtrat mit mehr als bisher einem Abgeordneten einziehen, wäre die Mehrheitsfindung voraussichtlich einfacher.