Robert Habeck und Volkmar Zschocke treffen Pflege in Zwickau - Bericht

Auf seiner Sachsentour besuchte Robert Habeck am 14.08.2019 in Zwickau gemeinsam mit Volkmar Zschocke, gesundheitspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfrakton in Sachsen, auch ein Caritas-Altenpflegeheim, wo beide sich in einem 90-minütigen Austausch mit den dortigen Fachkräften über Situation und Probleme in der Altenpflege informierten. Ein Gastbericht.

Thematisch ging es dabei unter Anderem um Dokumentationspflichten, bürokratischen Aufwand – etwa wenn es nach Stürzen um Versicherungsleistungen geht – und die neuen Regelungen bei der Kontrolle der Pflegeheime. Wichtiger Punkt ist die Frage nach der Wertschätzung der Arbeit von Altenpfleger*innen. Zwar ist das Thema inzwischen in der Politik angekommen und erhält entsprechende Aufmerksamkeit, doch Wertschätzung braucht es nicht nur in Worten, sondern muss sich auch in den Arbeitsbedingungen mit entsprechenden Personalschlüsseln zeigen. Erst danach auch in den Löhnen. Ebenso wichtig ist aber auch die Wertschätzung in der Bevölkerung. Auch dort gibt es noch sehr viel Luft nach oben.

Die zukünftige Finanzierung der Pflege ist ein weiteres wichtiges Feld, in dem es definitiv Veränderungen braucht. Wandel von einer Teilkasko- hin zu einer Vollkaskoversicherung mit mehr Einzahler*innen, aber eben auch mit steuerlichen Zuschüssen, weil sonst Pflege weder für Pflegebedürftige noch für Kommunen finanzierbar sein wird.

Ein großes Problem stellt aktuell die Umstellung der Ausbildung dar. So soll es ab 2020 eine gemeinsame Ausbildung von allen Pflegeberufen geben. Alten- und Krankenpflegepersonal erhalten dann die gleiche Ausbildung. Hierzu fehlen in Sachsen noch wichtige Rahmenbedingungen, sodass erste Ausbildungsschulen bereits angekündigt haben, die Ausbildung nicht mehr anzubieten. Für die Landespolitik heißt das, nach der Wahl schnell handlungsfähig zu werden und die notwendigen Dinge auf den Weg zu bringen, andernfalls fehlt schlimmstenfalls ein ganzer Ausbildungsjahrgang.

Eine lebendige Diskussion, an der Pflegepersonal, Vertretungen der Heimbewohner*innen wie auch der Mitarbeiter*innen sowie die Leitenden dreier Pflegeträger teilnahmen, ergänzte den Rundgang im Haus und brachte viele interessante und wichtige Aspekte zutage. Wichtige Bitte und Botschaft der im Beruf Tätigen am Schluss: Bitte erzählt in den Talkshows nicht von dem schwierigen und schweren Beruf der Altenpfleger*innen. Das ist so negativ. Unser Beruf ist toll und gibt ganz viel zurück!