Staubbelastungen durch Steinbruch Leukersdorf: GRÜNER Landtagsabgeordneter befürwortet aktuelle Staubniederschlagsmessungen

Im Jahnsdorfer Ortsteil Leukersdorf betreibt ein Unternehmen einen Porphyrtuffsteinbruch, der seit Jahren bei den Anwohner*innen aufgrund von Sprengerschütterungen sowie der ständigen und extremen Staubbelastung für Unmut und Ärger sorgt.
Im April des vergangenen Jahres wurde noch ein zum Unternehmen gehörender Mischwald am Rande des Steinbruches gefällt, der letztlich zugunsten der Errichtung von Wirtschaftsgebäuden weichen musste.
Der für Gesteinsabbau zuständige Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Daniel Gerber, wandte sich aufgrund zahlreicher Bürgerbeschwerden an das zuständige Wirtschaftsministerium und bat um entsprechende Auskünfte.
Demnach geht das Sächsische Oberbergamt jeder Beschwerde nach. Verstöße gegen die geltenden Regelungen für Staubimmissionen würden ebenso eingehalten wie die DIN-Vorschriften für Erschütterungen im Bauwesen.
Auf die Frage des Abgeordneten nach den letzten Vor-Ort-Kontrollen bekräftigt das Ministerium, dass die Einhaltung der DIN-Werte für rückwirkend drei Sprengungen zuletzt im September 2019 kontrolliert wurden und keine Unregelmäßigkeiten ergaben.
Allerdings räumt das Wirtschaftsministerium ein, dass Staubniederschlagsmessungen nicht permanent, sondern nur anlassbezogen durchgeführt werden. Demnach liegen die letzten Messungen bereits fünf Jahre zurück.
Das Oberbergamt als Kontrollbehörde will nun prüfen, "ob durch das Fällen von Bäumen am Rande des Steinbruchs ausreichend rechtssichere Gründe vorliegen, dass Bergbauunternehmen mit einer weiteren Staubniederschlagsmessung zu beauflagen. Diese wäre dann entsprechend der TA Luft über einen Zeitraum von einem Jahr durchzuführen".
Der BÜNDNISGRÜNE Landtagsabgeordnete jedenfalls sieht die Notwendigkeit für eine aktuelle Staubniederschlagsmessung als gegeben, ja sogar zwingend erforderlich an, da sich die Situation seit der letzten Kontrolle im Juli 2015 völlig geändert hat.
"Der Grüngürtel in Form des Mischwaldes ist nunmehr verloren und kann keine Schutzfunktion mehr erfüllen. Deshalb ist hier eine Neubewertung angesagt sowie zu prüfen, ob eventuell mittels Einsatz von Wasserlanzen eine Staubreduktion erzielt werden kann. Letztendlich geht es nicht nur um den Gesundheitsschutz der Anwohnenden, sondern auch um jenen der Beschäftigten in dem Steinbruchunternehmen", so Gerber.