Wildtierbrücke Kirchberg

Stellungnahme der Grünen Liga Westsachsen e.V. zur mangelhaften Umsetzung der Wildtierbrücke an der S282 in Kirchberg

Stellungnahme zum Artikel „Straßenüberquerung für Wildtiere: Keiner weiß bisher, ob es was bringt“ in der Freien Presse Zwickau vom 1. April 2020

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion der FP Zwickau,

wir sind Ihrem Redakteur Andreas Wohland sehr dankbar dafür, dass er sich dieser Problematik angenommen hat.

Diese Wildtier- oder Grünbrücke ist für den Neubau der S 282 der Umgehungsstraße Kirchberg neben anderen Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz errichtet worden.
Wie man jetzt deutlich nach der Fertigstellung im Juli 2016 sehen kann, hat diese neue und sicherlich auch wichtige Entlastungsstraße für die anliegenden Kommunen eine tiefe und sichtbare Narbe im Hartmannsdorfer Forst hinterlassen. Aus diesen Grund haben nicht nur die in der Region beheimaten Naturschutzverbände wie der NABU Kirchberg und die Grüne Liga Westsachsen e.V. Zwickau sondern auch die hier wohnenden Bürger erwartet, das die planfestgestellten (gesetzlich festgesetzten) Ausgleichsmaßnahmen ordnungsgemäß und zeitnah fertiggestellt werden.
Dies ist aber durch das bauausführende Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Plauen (LASUV) seit fast 4 Jahren nicht erfolgt! Als Grund dafür wurden durch das LASUV hohe Mehrkosten angegeben, so dass das Geld nicht zur Verfügung stehen würde. Gleichzeitig wurden aber unter der alten CDU-Landesregierung Mittel für den Naturschutz im Straßenbau wegen angeblicher Nichtverwendungsmöglichkeiten zurückgegeben. Diese freien Mittel hätten wohl nicht dafür verwendet werden können? Später wurde dann durch das LASUV behauptet, das der Eigentümer die Anpflanzungen auf der Brücke nicht zulassen würde. Erst wird eine Wildtierbrücke für 2,5 Millionen Euro gebaut und dann darf man nicht die notwendigen Pflanzungen auf dieser Brücke durchführen, um diese einer vollen Funktionstüchtigkeit zuzuführen? Mit einer ordnungsmäßigen Vertrags-gestaltung hätte dies sicherlich vermieden werden können.
Es kommt aber noch schlimmer. Eine weitere Maßnahme im Ausgleichskonzept des LASUV
ist die Beseitigung der über die Jahre der Nichtnutzung des ehemaligen Schießplatzes Weißbach entstandenen fortschreitenden Verbuschung. Damit sollen die hier unter Naturschutz stehenden Heidekrautflächen und andere seltene Pflanzenarten geschützt und deren weiteren Entfaltung auf diesem Gelände ermöglicht werden. Diese Maßnahme hätte unmittelbar mit der Baumaßnahme erfolgen müssen. Nach fast 4 Jahren ist die Fläche noch weiter zugewachsen, so dass Forstleute schon fordern, die Fläche wieder Wald werden zu lassen. Leider sind solche Heidekrautflächen mittlerweile eine Seltenheit im Landkreis Zwickau geworden und damit außerordentlich schützenswert. Dies konnten wir bei einer Begehung des ehemaligen Schießplatzes Weißbach mit der zuständigen Försterin Frau Haas von der Bundesstiftung Umwelt am 15. August 2019 selbst feststellen. Hier beklagte Sie, dass sie es mit 2 bis 3 Mitarbeiter nicht schafft manuell den Wildwuchs zu beseitigen, um die Heidekrautflächen zu erhalten, obwohl dies eine Ausgleichsmaßnahme des LASUV Plauen ist und diese nur maschinell ordnungsgemäß umgesetzt werden kann. Wir fragen uns, wo sind hier die Kommunal- und Landespolitiker, die sich mit aller Kraft für den Neubau der Umgehungsstraße eingesetzt haben. Die Straße ist fertig, aber für die konsequente Umsetzung der auch dazugehörigen Naturschutzmaßnahmen fühlen sie sich anscheinend nicht verantwortlich. Und wir fordern hier das LASUV Plauen im Benehmen mit den anderen zuständigen Ämtern des Landkreises Zwickau auf schnellstmöglich praktikable Lösungen zur Umsetzung der ausstehenden Ausgleichsmassnahmen durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen



Andreas Trautmann
Vorsitzender der Grünen Liga Westsachsen e. V. Zwickau

 

Zum entsprechenden Artikel in der Freien Presse geht es hier:
Keiner weiß bisher, ob es etwas bringt.